Das Kiefergelenk
Im menschlichen Körper ist das Kiefergelenk das komplexeste Gelenk überhaupt. Beide Gelenkseiten arbeiten abhängig voneinander. Das Kiefergelenk selbst kann sowohl Rotationsbewegungen (Drehbewegungen) als auch Translationbewegungen (Gleitbewegungen) durchführen. Es ist über den Unterkiefer mit dem Gehirnschädel beweglich verbunden. Der Gelenkkopf bewegt sich, ohne Schädigung, aus der Grube heraus und wieder zurück.
Unterteilt ist das Kiefergelenk zum einen in knöcherne Teile, wozu der Unterkieferkopf (Kondylus), die Glenkgrube (Fossa mandibularis) und das Gelenkhöckerchen (Tuberculum articualris) gehören und zum anderen in bindegewebige-knorpelige Teile, wozu die Gelenkkapsel (Capsula articularis), die Gelenkscheibe (Discus articularis), die Gelenkbänder (Ligamenta) und der Gelenkknorpel (Cartilago articularis) gehören.
Das Kiefergelenk befindet sich direkt vor dem äußeren Gehöreingang. Nach hinten wird die Gelenkgrube durch die Wurzel des Jochfortsatzes des Schläfenbeins begrenzt. Den vorderen Teil der Gelenkgrube bildet das Gelenkhöckerchen. Die Gelenkfläche ist genau wie der Kondylus (Unterkieferkopf) mit Faserknorpel überzogen. Die Gelenkscheibe befindet sich zwischen der, nach vorne geneigten Gelenkfläche und der Kondylus. Verwachsen ist die 1 bis 4 mm starke Gelenkscheibe mit der Gelenkkapsel. Der Größenunterschied zwischen Kondylus und Gelenkfläche wird durch die Gelenkscheibe ausgeglichen, so dass aus dem Gelenk ein Doppelgelenk wird. Die aus Bindegewebe bestehende Gelenkkapsel umschließt das gesamte Gelenk luftdicht. In der inneren Epitelschicht der Gelenkkapsel wird auch die Gelenkflüssigkeit produziert.
Die Neigung der Gelenkfläche beträgt, bezogen auf die Kauebene, zwischen 0° und 60°. Der Mittelwert liegt bei 34°.Die (realen) Kondylenachsen treffen sich in ihrer Verlängerung vor dem Hinterhauptloch. In einem Winkel von ca. 15° stehen die Kondylenachsen zu der terminalen Schanierachse (scheinbare Achse, die durch beide Kondylen verläuft). Die Gelenkbänder der Kiefergelenke verstärken die recht schlaffen Gelenkkapseln, wodurch die Kiefergelenkbewegungen begrenzt werden.
Durch die ganz besondere Konstruktion des Kiefergelenks ergeben sich eine Reihe von Bewegungsmöglichkeiten, wie z. B. die Vorschubsbewegung, das öffnen des Mundes oder die Seitwärtsbewegung des Kiefers.
Text erstellt und veröffentlicht von der Werbeagentur Büdingen am 07.03.2012
Eventuell gleichlautende Textpassagen sind rein zufällig und nicht gewollt.